Vor zehn Jahren verfassten namhafte Wissenschaftler das „Darmstädter Manifest zur Windenergienutzung in Deutschland“
Die Liste der Unterzeichner ist mit ca 100 Wissenschaftlern sehr beeindruckend.
Hier einige Auszüge:
„So sehr die Windenergienutzung bilanzmäßig überschätzt, so unterschätzt wird sie im Hinblick auf ihre negativen Folgen. Sinkende Immobilienwerte spiegeln den empfundenen Verlust an Lebensqualität wider – nicht nur im Nahbereich von Turbinen, sondern in Schleswig-Holstein bereits weiträumig. Immer mehr Menschen bezeichnen ihre Lebenssituation als unerträglich, wenn sie den akustischen und optischen Einwirkungen von Windkraftanlagen unmittelbar ausgesetzt sind. Von Krankschreibungen und Berufsunfähigkeit wird berichtet, es häufen sich Klagen über Symptome, wie Herzrhythmusstörungen und Angstzustände, die von Infraschalleinwirkungen bekannt sind. Auch die Tierwelt leidet unter dieser Technologie. An den Nord- und Ostseeküsten werden Vögel von Brut-, Rast- und Nahrungsflächen verdrängt. Verdrängungseffekte werden aber zunehmend auch im Binnenland beobachtet.
Auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht ist der Ausbau der Windenergie alles andere als eine „Erfolgsstory”, wie häufig behauptet wird. Im Gegenteil, sie belastet die Volkswirtschaft, indem sie bei geringen Energieerträgen einerseits und hohen Investitionskosten andererseits nach wie vor unrentabel ist. Trotzdem wird – infolge der geschaffenen gesetzlichen Rahmenbedingungen – in großem Umfang privates und öffentliches Kapital investiert, Kapital, das nicht zuletzt bei wichtigen Maßnahmen zum Umweltschutz fehlt, aber auch Kaufkraft bindet, was wiederum zu Arbeitsplatzverlusten in anderen Bereichen führt. Nur durch die gesetzlich festgelegte Vergütung des Windstroms, die das Mehrfache seines realen Marktwertes beträgt, sowie durch steuerliche Abschreibungen können die Investoren ihre außerordentlich hohen Renditen erzielen.
Nachdem alle Bemühungen erfolglos geblieben sind, auf die politisch Verantwortlichen einzuwirken, sehen die Unterzeichner dieses Manifests nunmehr kein anderes Mittel, als an die Öffentlichkeit zu treten. Angesichts schwerster Schäden, die unseren historisch gewachsenen, kulturelle Identität stiftenden Landschaften drohen, rufen wir dazu auf, den gleichermaßen ökologisch wie ökonomisch sinnlosen Ausbau der Windkrafttechnologie zu beenden.
Wir fordern insbesondere, dass dieser Technologie alle direkten und indirekten Subventionen entzogen werden. Stattdessen sollten in größerem Umfang öffentliche Mittel für die Entwicklung effizienterer Techniken und für solche Grundlagenforschungen bereitgestellt werden, die wirkliche Lösungen für umweltverträgliche und nachhaltige Energieerzeugung erwarten lassen.
Wir warnen dringend vor einer unkritischen Technikförderung, in deren langfristiger Folge die Beziehung des Menschen zur Natur tief greifend Schaden nehmen kann. Unsere besondere Besorgnis gilt einem langsamen und daher schwieriger wahrnehmbaren Empfindungswandel, der uns immer weniger erkennen lässt, wie wichtig eine von der Natur vorherrschend geprägte Lebensumwelt für den Menschen ist.“
Die Warnungen wurden komplett ignoriert und die Zukunft sieht anders aus. Sie hat auch schon einen Namen: Repowering
“Von den heute installierten Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 25.800 Megawatt könnten in den nächsten zehn Jahren bis zu 18.000 Megawatt durch neue Anlagen ersetzt werden”, sagt Herrmann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). Investitionen von mehr als 60 Milliarden Euro wären dafür nötig. Zum Vergleich: In den Aufbau gigantischer Hochsee-Windparks und das Erschließen neuer Standorte an Land sollen im gleichen Zeitraum rund 40 Milliarden Euro fließen.
Die Windparkgegner aus Langenhorn wollen gegen das Repowering in ihrer Region vor Gericht ziehen. Und in der Tat stellt das deutsche Recht Anlagenbetreibern (angeblich) keinen Freibrief aus: Denn während Windräder, die vor 15 Jahren errichtet wurden, kaum höher als der örtliche Kirchturm waren, sprengen die neuen Modelle in vielen Bundesländern und Kommunen die zulässigen Höhenbegrenzungen. Hinzu kommt, dass das Baurecht in manchen Regionen einen Abstand von bis zu tausend Metern zur Wohnbebauung verlangt, wenn neue Windräder errichtet werden sollen.
BWE-Chef Albers ärgert sich über solche Einschränkungen: “Wir können mit höheren Türmen auf weniger Fläche deutlich mehr Energie produzieren”, sagt er. Wolle man die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichen, müsse man große Windanlagen bauen – oder mehr Flächen für die Windenergie ausweisen. Und der Windenergie-Verband sieht im Repowering sogar eine Aufwertung des Landschaftsbilds, da sich verstreute Anlagen an einem Standort zusammenfassen lassen. So könnten Kommunen Planungsfehler aus der Vergangenheit korrigieren.“
Wie angesichts fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse ungestraft derartige Unverschämtheiten geplant und durchgeführt werden sollen, ist nicht mehr nachvollziehbar.
Es gibt leider jede Menge Menschen, die sich nur am Anblick Ihres Kontostandes und ihres megagroßen Autos erfreuen können. So etwas wie Seele baumeln lassen in der Natur kennen sie nicht. Wenn dann der Burn-out kommt, werden Tabletten geschluckt, Ärzte aufgesucht und vielleicht in geschlossenen Räumen
meditiert.
Wenn die Windräder doch wenigstens stillstehen würden wie die Hochspannungsmasten, dann hätte man als Naturliebhaber wenigstens die Chance, sie irgendwie zu ignorieren. Aber diese unnatürliche rotierende
Bewegung krieg ich einfach nicht aus dem Blickfeld
Von: Antje Bertuleit am 31. Oktober 2011
um 11:16
Bitte schauen Sie in
http://www.Gegenwind-sh.de
hinein
Von: Empen am 31. Oktober 2011
um 12:08