„Nichts weniger als einen ´Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation´ haben jetzt neun deutsche Professoren vorgelegt. Sie bilden den `Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen` (WBGU) und wollen den `fossilnuklearen Stoffwechsel der Industriegesellschaft` beenden und eine `klimaverträgliche Weltgesellschaft` schaffen. Ihre Strategien, so attestieren sie sich selbst, ´unterscheiden sich somit von der kontinuierlichen Politik des kurzfristigen Krisenmanagements und der stets aufschiebenden Kompromissfindung´“.
Der Historiker und Totalitarismusforscher Prof. Wolfgang Wippermann von der Freien Universität Berlin erklärt, warum er die Pläne und Gedanken der Forscher für gefährlich und undemokratisch hält:
„Die sprechen sogar von der `internationalen Allianz von Pionieren des Wandels´. Und das erinnert mich an die faschistische oder kommunistische Internationale. Ob sie da hinwollen, weiß ich nicht. Aber die Sprache ist schon mal schrecklich und das macht mir Angst. Wer so spricht, der handelt auch so. Das ist eine negative Utopie. Und wenn Utopisten am Werk sind, wird es immer gefährlich.
Wir haben es mit wissenschaftlichen Fanatikern zu tun, die ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Ich wundere mich, dass wir da zum ersten Mal drüber reden und wie wenig das in der Öffentlichkeit bisher beachtet wurde.
Die Bundesregierung hätte sich schon lange davon distanzieren sollen. Das geht wirklich nicht. Und Vorschläge von Wissenschaftlern sollten sich schon mit der politischen Wertordnung decken, die wir haben. Kurz: Man kann nicht einfach sagen, dass man eine andere Demokratie, einen anderen Staat und eine andere Weltordnung wolle. Das geht einfach nicht.
Ich befürchte, dass das keine Gedankenlosigkeit ist. Denn sie führen ja weiter aus, wie sie die Welt verbessern wollen. Über ihre Diagnose kann ich nichts sagen. Nur was die Autoren hier vorschlagen, das ist eine Klimadiktatur, der Klimastaat. Und zwar in einem etwas größeren Rahmen. Sie wollen zum Beispiel Nationalstaaten abschaffen. Diese könnten nicht ´alleinige Grundlage des Vertragsverhältnisses sein´, heißt es. Es geht also um einen Superstaat, eine Staatengemeinschaft mit kollektiver Verantwortung und übergreifenden Organisationen.
Auch eine Wissenschaft kann zur Religion oder zur Ideologie werden. Wenn sie dann auch noch eine transnationale Demokratie fordern – was immer das ist – wird es eine Diktatur.
Gleichzeitig wird ´gesellschaftliche Erneuerung durch Einsicht´ gefordert. Und was, wenn jemand nicht einsichtig ist? Gewalt? Die Autoren fordern diese Einsicht ja ein. Das ist nicht Demokratie, wie wir sie haben und was wir unter Demokratie verstehen. Das ist etwas anderes. Und was die Autoren zur Behebung der Missstände fordern, ist mit den Möglichkeiten und Mitteln der modernen Demokratie auch nicht vereinbar. Aus der Geschichte kennt man genug Leute, die die Welt verbessern wollten, nachdem sie deren Untergang prophezeiten und undemokratische Systeme zum Zwang in ihre Einsichten schufen.
Noch eine Bemerkung am Rande: Warum müssen schon wieder wir Deutsche nicht nur den Untergang vorhersagen, sondern wieder die Welt retten? Muss immer am deutschen Wesen die Welt genesen? Das muss doch nicht sein. Was glauben die Autoren eigentlich, wie ihre Überheblichkeit, nach der die Deutschen voran reiten sollen, um den Rest zum Folgen zu bewegen, auf andere Staaten wirkt“
Die Antwort wurde bereits vor langer Zeit gegeben.
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche.
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.
Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde.“
Napoleon Bonaparte
Nachtrag: büso: “Schellnhuber auf der Couch”

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